Am kommenden Wochenende findet in Neustadt zum 5. Mal die Neustädter Chorakademie statt. Der Evangelische Kammerchor und sein Leiter Andreas Brunion haben es sich zur Aufgabe gemacht, regelmäßig profilierte Chorleiter aus Deutschland einzuladen, um mit ihnen zu proben und von ihrem Können zu profitieren. Dazu lädt sich der Kammerchor immer andere Ensembles ein. Dieses Jahr ist als Dozent zu Gast Hermann Max aus Bremen. Seine Arbeit ist deutschlandweit bekannt und respektiert.
Zu hören sein wird der Chor der 5. Neustädter Chorakademie am Sonntag, 17. Februar um 10.30 Uhr in der Stadtkirche.
Historische Aufführungspraxis - ein großer, weitgespannter Begriff! Eine ihrer Schlüsselfiguren ist Hermann Max, der an der Berliner Musikhochschule Kirchenmusik und an der Kölner Universität Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Archäologie studierte.
Unermüdliche Forschungsarbeit in Bibliotheken und Archiven, Erstellung originalgetreuer Notentexte nach den entsprechenden Quellen und die Sicherstellung authentischer Aufführungen sind nur einige seiner Arbeitsgebiete. Zahllose hervorragende Werke vor allem aus der Zeit des Barock hat er vor dem vollständigen Vergessen bewahrt, „Standardwerke“ wurden von ihm in beispielgebenden und maßstabsetzenden Aufführungen, Rundfunk- und CD- Produktionen realisiert. Dafür stehen ihm zwei von ihm gegründete hervorragende Ensembles – Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert zur Verfügung.
Ohne seine Arbeit wäre das Bild der bedeutenden Epoche des Barock unvollständig oder gar fehlerhaft. Eine ganze Musiklandschaft wurde durch die Arbeit von Hermann Max wiederentdeckt bzw. vervollständigt: die Musik Johann Sebastian Bachs, seiner Söhne und zahlreichen Verwandten, seiner Vorgänger und Nachfolger im Amt des Thomaskantors, seiner Zeitgenossen, Kollegen und Schüler. Unzählige Rundfunkmitschnitte sowie Produktionen für den WDR, für den Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur und preisgekrönte CD-Produktionen zeugen von dieser ambitionierten Arbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt ist seine Beschäftigung mit den Kompositionen Georg Philipp Telemanns, wofür er im Jahr 1998 den Telemann-Preis der Stadt Magdeburg erhielt.
Neben der Arbeit mit seinen Ensembles tritt Hermann Max regelmäßig als Gastdirigent im In-und Ausland auf und leitet Kurse zur Interpretation Alter Musik. 1992 gründete er das „Festival Alte Musik“, welches alljährlich im September in der romanischen Basilika des Klosters Knechtsteden stattfindet. Im Juni 2008 erhielt Hermann Max die Bach-Medaille der Stadt Leipzig für seine Verdienste um die Musik Johann Sebastian Bachs und seiner Familie.
Weiter zu Gast sind die beiden Ensembles aus Plön "Vokalkreis Plön", den Henner Schwerk leitet und das "Palestrina Ensemble" aus Kiel unter der Leitung von Andreas Koller.




