
Also wer diesen Sommer in Pelzerhaken die Verlegung des Hundestrandes mitten in die Hauptbadezone erlebt hat, wird feststellen müssen, dass eine Belästigung durch frei laufende Hunde an der Tagesordnung war. Es ist unbedingt zu verhindern, dass Badegäste davor geschütz werden müssen. Kleinkinder haben starke Ängste und deren Eltern sind empört. Zudem weiß niemand warum diese Maßnahme angeordnet wurde. Vieleicht können die Touristen endlich Aufklärung erfahren. Ich als betroffener
NRWler werde vor Ort die heimische Presse informieren und auf diesen Mißstand hinweisen.
Sehr geehrter Herr Nolte,
vielen Dank für Ihren Eintrag, mit dem Sie uns Gelegenheit geben, die Situation aus unserer Sicht zu schildern.
Ihre Unzufriedenheit über die Verlegung der Hundestrände können wir sehr gut verstehen. Auch wir bedauern, dass wir die Strandabschnitte neu einteilen mussten.
Im Rahmen der Benennung der Natura 2000 und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie kam die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein zu dem Ergebnis, dass der Strandabschnitt zwischen Pelzerhaken (ab Höhe Landschulheim Göttingen) und Brodau nach diesen Richtlinien schützenswert ist. Die Küstenlandschaft zwischen Pelzerhaken und Brodau ist als Küsten-, Strand- und Niederungssystem mit Vorkommen mehrerer Lebensraumstypen der Küsten als besonders schutzwürdig eingestuft worden.
Die FFH-Richtlinie bildet zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union. Das Ziel der FFH-Richtlinie ist, alle für Europa typischen wildlebenden Arten und natürlichen Lebensräume in einen günstigen Erhaltungszustand zu bringen, um die biologische Vielfalt Europas zu erhalten.
Für alle Strandabschnitte in Schleswig-Holstein verteilen die zuständigen Unteren Naturschutzbehörden zeitlich befristete Konzessionen an die betreffenden Gemeinden. Für die Strandabschnitte zwischen Pelzerhaken und Rettin wurde die Konzession für die Strandnutzung von der UNB im Februar 2010 mit Änderungen verlängert. Die vorgesehenen Änderungen beinhalteten das komplette Verbot von Hunden in den durch FFH-geschützten Strandbereichen und eine starke Einschränkung der Strandreinigung - dagegen haben wir sofort Einspruch eingelegt. Erst im Juli konnten wir den Ihnen bekannten "Kompromiss" mit der UNB aushandeln. Dabei war es uns wichtig, die Interessen von Hundehaltern und Badegästen gleichermaßen durchzusetzen. So ist es uns gelungen, einen Hundestrand in Pelzerhaken und Rettin zu erhalten, wenn auch kleiner als bislang gewohnt. Diesen "Kompromiss" mit den bekannten Einschränkungen mussten wir dann Anfang August mit sofortiger Wirkung umsetzen.
Auch wir bedauern den aktuellen Zustand sehr.
Wenn Sie weitere Anregungen oder auch Grund zur Kritik haben, dann wenden Sie sich bitte erneut an uns. Wir freuen uns über jeden Hinweis, der uns hilft, für unsere Gäste noch besser zu werden.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Lackner
Amtsleiter für Kultur und Tourismus